Happy End für Lucky (Milo)

Seit neun Monaten teilen wir nun unser Leben mit Lucky, der seitdem Milo heißt, und es hat sich viel verändert, worüber wir kurz berichten wollen. Wir haben schnell gemerkt, dass er Stress bekam, wenn man ihn beim Namen genannt hat. Deshalb entschlossen wir uns für eine Namensänderung. Milo bedeutet in etwa „der Liebliche“, was auch sehr gut zu ihm passt. Wie bei allen neuen Hunden, war die Anfangszeit herausfordernd. Die größte Herausforderung war für uns wohl, dass er nicht angefasst werden wollte.

Man möchte ja dem neuen Familienmitglied zeigen, wie lieb man es hat und es deshalb kraulen, herzen und drücken. Das entfiel nun. Eine Zeitlang waren wir uns sicher, dass er Gedanken lesen kann. Wenn auf dem Spaziergang im Wald mal etwas Laub in seinem Fell hängen blieb und wir darüber nachdachten es zu entfernen, sprang er schon bei dem bloßen Gedanken zur Seite. Also wusste er auch so, dass wir ihn in unsere Herzen geschlossen hatten. Zu seinen Verhaltensbesonderheiten gehörte und gehört teilweise noch, dass er nur auf unserer linken Seite laufen konnte, jeden Lichtreflex registriert, nicht von Zweigen berührt werden wollte und wehenden Blättern und Büschen aus dem Weg ging. Also sind wir auf Wegen soweit links gegangen, dass er nur rechts gehen konnte, haben Büsche geschüttelt, Laub durch die Gegend geworfen. Und er hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass elektrische Weidezäune im Dunkeln hübsch blitzen.

Vor ungefähr vier Monaten musste er zum ersten Mal zum Tierarzt. Dafür mussten wir uns dazu überwinden, ihn aus seiner Watteverpackung zu holen, was uns nicht leichtfiel. Aber der Besuch verlief ausgesprochen gut. Diese Aktion war wohl unser sogenannter Gamechanger. Seitdem forderten wir ihn häufiger erfolgreich in kleinen Schritten heraus. Mittlerweile lässt Milo sich gerne kraulen, er sucht unsere Nähe, geht bei Fuß, wechselt die Seite auf Ansage, fordert uns zum Spielen auf und wird dabei lustig-frech. Auch Fellpflege ist kein Problem mehr und er lässt sich geduldig mit einer Schermaschine die Pfoten ausrasieren oder die Krallen schneiden. Er fährt gerne im Auto mit und springt selbst hinein. Wir machen häufig Ausflüge, auf denen er sich auch bei Cafébesuchen brav unter den Tisch legt; natürlich alles in ruhiger Umgebung. Milo ist ein sehr angenehmer und sensibler Hund. Er kläfft nicht, genaugenommen hat er noch nicht ein einziges Mal gebellt, was er aber hoffentlich irgendwann tut. Er ist stubenrein, belästigt keinen Besuch, zieht nicht an der Leine und ist mit allen Hunden verträglich. Er hat im Dorf Hundefreunde mit denen er auch mal spielt. Er wählt hierbei aber sehr genau, wer zu ihm passt. Und er erträgt es freundlich, wenn sich die Katze der Nachbarn an seinem Bein reibt.

 

Dank Milo haben wir in den letzten Monaten viele neue Sachen über Hunde gelernt und das, obwohl er bereits unser siebter Hund ist. Wir lieben ihn sehr und freuen uns darüber, dass er immer offener wird. Und mit Spannung beobachten wir, wie er sich weiterentwickelt.