Wir wird eigentlich eine Ziege gemolken? Wie wird aus Milch Käse gemacht? Wie fühlt sich ein Esel an und ist es eigentlich schwer, einem Hund etwas beizubringen? Wie pflanzt man eine Hecke, die Wildtieren Schutz und Nahrung bietet und wie wird Nutzvieh artgerecht gehalten? Nicht nur für viele Kinder und Jugendliche sind das spannende Fragen, auf die wir an unseren Aktionstagen die Antworten liefern wollen.
Aktuelle Aktionstage findet Ihr auf der Internetseite von Naturtalent e.V. unter www.naturtalent-ev.de

Hier einige Berichte von Aktionen auf unserem Hof:

Ferienpassaktion
Die Ferienpassaktion findet regelmäßig in den Sommerferien statt und wird vom Jugendhaus Nienburg geplant. Hier ein Bericht

Girlsday auf dem Tierschutzhof
Am Donnerstag, dem 27.04.06 war es wieder soweit. Girlsday oder berufspraktischer Tag für Mädchen der 5. bis 10. Klassen.

Girlsday1

Auf dem Terra Mater Tierschutzhof in Warpe, OT Burdorf waren drei Mädchen zu Gast. Annika Possekel und Franziska Günther aus der Realschule Hoya und Jessica Surhoff aus der Haupt- und Realschule Bruchhausen-Vilsen.
Von 8.00 bis 13.00 hatten die drei Gelegenheit in den Beruf des Tierpflegers und in Freud und Leid der Tierschutzarbeit einzutauchen. Da wurde nicht nur mit den Hunden gekuschelt und gemuschelt, nein die Katzenstuben mussten gereinigt werden, bei den Hunden stand Fellpflege auf dem Plan und der Hundehof musste gekehrt werden.

Girlsday2

Bei den Schafen stand der erste Weidegang an, da mussten die Mädels schauen, dass keines auf der Strecke blieb. Schweine, Hühner, Ziegen, Pferde und Esel, alle wollten versorgt werden. Natürlich blieb trotzdem noch genügend Zeit zum Stöckchenspielen auf der Hundewiese und für reichlich zusätzliche Streicheleinheiten. Die Tiere sollten ja auch etwas von dem Tag haben. Mittags, beim Abschiedsfoto in der Hundemeute stand es den Vierbeinern auf die Stirn geschrieben: ein Girlsday im Jahr ist einfach zu wenig! Und was ist eigentlich mit den Jungs?


Projekt Tier
Anläßlich der alljährlichen Projektwoche konnte die Realschule Hoya in diesem Jahr in Kooperation mit dem Terra Mater Tierschutzhof in Warpe/Burdorf ein außergewöhnliches Projekt anbieten: Haltung von Tieren in unserer Gesellschaft auf der Grundlage des Tierschutzgesetzes und Tierverhalten in Theorie und Praxis am Beispiel des Hundes.

Projektwoche01

Für über 50 Schüler war dieses Projekt Erstwunsch, 22 Auserwählte durften schließlich am Dienstag und Mittwoch auf dem Tierschutzhof hospitieren.
Als erstes wurden die Haltungsbedingungen vor Ort unter die Lupe genommen und die Bedürfnisse der Tiere erforscht. Was tut eigentlich ein Schwein den lieben langen Tag und warum stehen die Ziegen so gern auf dem höchsten Punkt? Worin unterscheiden sich denn Schaf und Ziege, Esel und Pferd, Katze und Hund? Warum ist der Ganter manchmal so garstig? Wie lange kann ein Schlachtviehtransport dauern und wieviel Platz steht einem Schwein zu? Was kann jeder einzelne tun, wenn er damit nicht einverstanden ist und wo gibt es Hilfe, wenn Tiere nicht artgerecht gehalten werden? Wie kann ich Wildtieren helfen und bedrohte Arten schützen? All diese Fragen wurden gründlich und vor allem mit überwältigender Beteiligung untersucht.

Projektwoche02

Die Highlights waren natürlich die praktischen Arbeiten mit den Tieren. So gab es z.B. heißen Kakao aus selbst gemolkener Ziegenmilch zum Frühstück und jeden Tag fand ein großer Hundespaziergang mit 16 Hunden statt. Bei der Gelegenheit konnte sich jeder nach kurzer Unterweisung als kleiner „Hundeflüsterer“ versuchen und die meisten haben gestaunt, wie willig die doch fremden Hunde gehorchen wollten, wenn man nur erst heraus hatte, wie man ihre Aufmerksamkeit gewinnt.

Nachdem eine gewisse Vertrautheit hergestellt war, ging es am letzten Tag um das diffizile Ausdrucksverhalten des Hundes. Es wurden Arbeitsgruppen gebildet um Mimik und Gestik des Hundes zu erforschen, die Ergebnisse stellten die Arbeitsgruppen am Beispiel „ihres“ Hundes der Gruppe vor. Die Mannschaft vom Terra Mater Hof war begeistert, wie schnell die Kinder die theoretischen Grundlagen in die Praxis umsetzen konnten, den Rang „ihrer“ Hunde in der Meute erkennen und erklären konnten und auch die diversen Schwachstellen in der hündischen Kommunikation herausfanden.

Projektwoche03

So erscheint z.B. der Beagle mit seinen Schlappohren dem stehohrigen Schäferhund immer, als würde er gerade ängstlich die Ohren anlegen und der Spitz mit seinem Kringelschwanz, kann denselben weder unterwürfig unter den Bauch ziehen, noch fordernd gen Himmel richten. Und der ahnungslose Mensch steht oft daneben und wundert sich, warum sein Hund den einen Artgenossen mag und den andern nicht.

Vor lauter Begeisterung beschlossen die Projektkinder am Abschlußtag in der Schule eine Tombola zugunsten der Tiere zu machen und auch die Tierschützer waren begeistert und boten an, natürlich auch im nächsten Jahr an einem Schulprojekt mitzuwirken.

Naturschutzaktion in Burdorf ein voller Erfolg
Viele waren dem Aufruf gefolgt und beteiligten sich mit Pflanzenzöglingen aus dem eigenen Garten, bewaffnet mit Handschuhen und Spaten an der Pflanzung. So entstand eine rund vierhundert Meter lange Hecke, die Wildtieren Lebensraum und Nahrungsgrundlage bietet, Weidetieren Wetterschutz gewährt, das Auge des Wanderers und den Gaumen des Gourmets mit leckeren Wildfrüchten erfreut.

pflanzaktion01

An der Schubkarre: unsere Schriftführerin, die Tierärztin Dr. Simone Rohbeck, vorne rechts der Gärtner Kay Renner - beide Gründungsmitglieder unseres Vereins.
Im Dorf selber fand die Aktion den größten Anklang, fast alle Bewohner trugen ihren Teil zum Gelingen bei. Aber auch der Windhorster Kindergarten Wundertüte, der sich Umweltpädagogik schon lange auf die Fahne geschrieben hat, rückte mit vielen fleißigen kleinen Händen an, um neuen Lebensraum zu schaffen.

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Kindergartenleiterin Dora Laforce mit drei Schützlingen.
Als um 14.00 der Startschuss fiel, waren alle darauf eingestellt bis zum Einbruch der Dunkelheit auf dem Acker zu bleiben. Dank der vielen tatkräftigen Helfer war aber schon kurz nach 15.00 der letzte Spatenstich getan und man konnte mit einem Pott warmem Wildfruchtpunsch in der Hand zum gemütlichen Teil des Tages übergehen.

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Ein ganzer Anhänger voll tollster Wildgehölze, gespendet von Baumschule Reinhard Pape. Hocherfreut waren die Initiatoren vom Terra Mater Tier- und Umweltschutzhof Geißblatt über die großzügige Spende der Baumschule Reinhard Pape. Ohne die 400 Pflanzen aus Dedendorf wäre die Hecke nur halb so lang geworden.

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Am Abend resümieren die Veranstalter: es war eine ganz besondere Aktion, ein guter Zweck hat jung und alt zusammengeführt, von Kindergarten bis Rentenalter waren alle vertreten. Es war gut für das Dorfgefüge und hat den Gemeinschaftssinn gestärkt, es hat uns allen gezeigt, dass wir etwas bewirken können. Jeder hat heute über seinen Tellerrand hinaus geschaut und etwas getan was nicht primär ihm selbst nützt und alle hatten Spaß daran. Man müsste das viel öfter tun. Der Anfang ist gemacht.
Die frisch gepflanzte Hecke mit Blick auf´s Dorf.

Sonntag auf dem Geißblatthof
An dieser Stelle wollen wir einen kleinen Einblick in die Sonnenseiten unserer Arbeit geben: Die Tiervermittlung. Ziel unserer Arbeit ist es ja immer ein aufgenommenes Tier, so es denn ein Haustier ist, in ein passendes und hoffentlich endgültiges Zuhause abzugeben. Da gehört viel Fingerspitzengefühl dazu und Menschenkenntnis obendrein.

Sonntag01

Wenn ein neuer Vierbeiner Einzug in eine Station hält, muss man als erstes seine Gewohnheiten herausfinden und ihn dann nach und nach mit den unterschiedlichsten Alltagssituationen konfrontieren. Wie reagiert er auf Artgenossen? Wie auf andersartige Tiere? Was hält er von Kindern? Von fremden Menschen, Männern, Frauen? Frischluftfanatiker oder Stubenhocker? Bewegungsnaturell oder Sofarolle? Kann alleine bleiben oder protestiert, fährt gern Auto oder kotzt gleich, stubenrein oder Lernbedarf? Bei Hunden geht es dann noch weiter: wachsam, Kläffer oder stilles Wasser, gehorsam oder Ich-AG...  Je besser man seinen Schutzbefohlenen kennt, umso klarer lässt sich der passende Rahmen zeichnen, in dem er glücklich werden und nur dann: auch glücklich machen kann!
Darum setzen wir bei Terra Mater auf Tierhöfe, wo die Tiere mit möglichst viel Familienanschluss leben können. Das ermöglicht uns die besten Einblicke in Stärken und Schwächen, in Vorlieben und Macken, in die unendlich unterschiedlichen Seelen.

Sonntag02

Der zweite Schritt wird dann schon schwieriger: Einen (oder mehrere) passende Menschen dazu finden. Die Menschen sind da empfindlicher als die Tiere. Fühlen sich gleich ausgefragt, ausgetestet, vorgeführt. Nehmen sich selbst furchtbar ernst. Dabei geht es nur darum, ein passendes Zuhause oder von der anderen Seite der Haaresbreite aus betrachtet: ein wirklich passendes Haustier zu finden.

Die Fragen, die bei der Vermittlung gestellt werden, sind im Großen und Ganzen überall die gleichen: Muss er alleine bleiben? Wohnung oder Haus mit Garten? Stadt, Land oder Fluss? Kinder? Andere Haustiere? Tiererfahrung? und und und

Da muss man sich ganz behutsam herantasten. Da denkt so mancher berufstätige Wohnungsmensch: Hier krieg´ ich nie ein Tier! Aber dem ist gar nicht so. Es soll eben nur das passende sein. Und z.B. mit einem Kläffer ist im Mehrfamilienhaus der Ärger vorprogrammiert.

Also am besten schon einmal mit der ganzen Familie zusammen überlegen, was für Ansprüche man an seinen zukünftigen Mitbewohner stellt, was er können muss, wie er sein muss, damit er das Leben schöner und nicht anstrengender macht.

Und vor allem: bei der Vermittlung nichts verschweigen. Es lässt sich für nahezu alle Umstände ein passender Weggefährte finden; wenn er aber nicht passt, haben beide Seiten keinen Spaß daran!

Diese neiderregenden Fotos zeigen ein Sonntasgstreffen dreier Terra Mater Stationen bei einer unserer Lieblings“arbeiten", nämlich einem ausgiebigen Spaziergang mit sage-und-schreibe 17 Hunden! Wenn man da nix über das Sozialverhalten lernt!